Open Space

Darstellende Künste für die Jüngsten – was sind die neuen Entwicklungen, wo liegen die Potenziale?

Sonntag, 12. März 12:00-20:00 Uhr (mit Unterbrechungen für Inszenierungsbesuche und Pausen) im Podewil

Das Austauschformat für den zweiten Tag des Symposiums ist in diesem Jahr ein Open Space.

Die Gründungslegende des Formats geht auf einen Kongress zurück, den Erfinder Harrison Owen 1983 ein Jahr lang für 250 Organisationsentwickler vorbereitet und durchgeführt hat. Am Ende der Konferenz kamen alle Beteiligten einhellig zu dem Schluss, dass der „wirklich nützliche Teil“ des im Übrigen gelungenen Treffens in den Kaffeepausen bestanden habe. Diese „Coffee-break“ Anekdote ist bis heute prägend für das Selbstverständnis von Open Space.

Charakteristisch für dieses Format ist die inhaltliche Offenheit und die Chance breite und komplexe Themenstellungen zu behandeln. D.h. das Thema des „Fremd bleiben“ und die daraus sich ergebenden Fragestellungen sind hier als Anregungen und eigenes Interesse der Veranstalter*innen zu sehen. Die Teilnehmer*innen haben die Möglichkeit eigene Themen ins Plenum zu geben und dazu Arbeitsgruppen zu veranstalten. So kann es z.B. neben einer Arbeitsgruppe, die sich philosophisch mit der Frage des Menschenbildes in der Kunst für sehr junge Zuschauer*innen beschäftigt, eine Arbeitsgruppe geben, die sich der Einbindung der Zuschauer*innen in das Theater für die Jüngsten annimmt: Ist ein partizipativer Teil in dieser Theaterform unverzichtbar? Was für alternative Ansätze gibt es?

Die Ergebnisse werden am Schluss gesammelt und Projekte können über den Rahmen des Symposiums hinaus weiter entwickelt und bearbeitet werden.

Ein Open Space kann zwischen sechs Stunden und 2,5 Tagen dauern. Wir nehmen uns dafür einen Tag (etwa 6 Stunden) Zeit und lockern die einzelnen Arbeitsrunden durch Vorstellungsbesuche beim FRATZ Festival auf.

Der Open Space wird moderiert von Achim Müller, dem Geschäftsführender Leiter des Zentrums für Audience Development am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Freien Universität Berlin. Er ist spezialisiert in der Beratung und Begleitung von Kulturinstitutionen und -projekten bei Veränderungsprozessen, insbesondere unter Verwendung selbstorganisierter Methoden (Open Space, World Café u.a.)

Im Open Space gibt es vier Prinzipien

  • Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute – einer oder 100 ist egal, und jeder ist wichtig und motiviert.

  • Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte – Ungeplantes und Unerwartetes ist oft kreativ und nützlich.

  • Es beginnt, wenn die Zeit reif ist – wichtig ist die Energie (nicht die Pünktlichkeit).

  • Vorbei ist vorbei – Nicht vorbei ist Nicht-vorbei – wenn die Energie zu Ende ist, ist die Zeit um.

und ein Gesetz, nämlich das Gesetz der zwei Füße

Das Gesetz der zwei Füße ist Ausdruck der Freiheit und Selbstverantwortung: Der Teilnehmende bleibt nur so lange in einer Gruppe, wie er es für sinnvoll erachtet, also solange er etwas lernen und/oder beitragen kann.

Hummeln und Schmetterlinge

Wenn Menschen das Gesetz der zwei Füße anwenden, zeigen sie manchmal Verhaltensweisen, die metaphorisch mit den Begriffen „Hummeln“ und „Schmetterlingen“ ausgedrückt werden könnten: „Hummeln“ flattern von Gruppe zu Gruppe und bilden eine Brücke zwischen den Themen durch häufige Gruppenwechsel, die „Schmetterlinge“ flanieren und pausieren, sind einfach da und „sind schön“.