Landing Sessions von Shelley Etkin

Eine Körperreise zu Orten unserer Herkunft, Imagination und Gegenwart |

Mit Gesprächen und körperlich ausgedrückten Imaginationen führt uns »Landing Sessions« auf eine Reise zu unserer persönlichen Beziehung mit Land und Erde. Nacheinander werden die Teilnehmenden eingeladen, sich an die Länder und Erd-Teile zu erinnern, aus denen sie kommen, durch die sie sich bewegt haben oder von denen sie geprägt wurden – oder sich diese vorzustellen. Diese Übung bringt die Teilnehmenden dazu, in die Ebenen des Fühlens und Sprechens ihrer Wahrnehmung zu gleiten. So erwachsen Informationen aus diesem persönlichen Archiv, dem Ort, an dem die Übung stattfindet, oder sogar aus noch unbekannten Ländern.

Wir alle kommen von irgendwoher, oft von vielen Orten zugleich, und unser Bewusstsein davon verortet unseren Standpunkt in der Welt. Der Mensch hat auf dem Land gelebt, sich über Land bewegt und die Beschaffenheit des Landes entscheidend mitgeprägt. Doch ebenso prägt das Land seit jeher unsere Lebensweise – unser Denken, unsere Körper, unsere Sprachen und unsere Art des Miteinanders, ebenso wie unsere intersektionalen (sich überschneidenden) soziopolitischen Identitäten.

Die Dynamiken entlang von race, class und gender sind eng mit der Art und Weise verwoben, wie wir mit dem Land umgehen, sei es in Bezug auf den Zugang zu Bodenschätzen und ihrer Ausbeutung, die Verstrickungen von Kolonialismus und Nationalismus, die Narrative von Zugehörigkeit oder Nicht-Zugehörigkeit, die Erfahrungen unserer Vorfahren, lokales Wissen oder auch aktuell gelebte Fragen der Verbundenheit oder Trennung vom Land. Die intersektionale Solidarität zwischen den Menschen muss mit diesen Formen der Fürsorge auch für andere Wesen als den Menschen sowie für Land und Erde verwoben sein, denn wir leben mit ihnen. Das Wort "Landing" als Verb verstanden, verschiebt die Bedeutung der Beziehung zum Land: weg von seiner Behandlung als Territorium und hin zur Teilnahme an einem laufenden Prozess.

Dieser Moment der Zusammenkunft lädt uns dazu ein, unsere gemeinsamen und doch unterschiedlichen Herkünfte und Grundlagen aufzusuchen und zu pflegen. Wie können wir hier zusammen existieren, in diesen Körpern, an diesem Ort und zu dieser Zeit? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, bieten die Landing Sessions den Raum, sie durch den Körper zu begreifen und ermöglichen es so jedem*r Teilnehmenden, eine für seine oder ihre Erfahrung einzigartige Ausdrucksform zu finden. Durch den Eintritt in einen subtilen, entspannten, traumähnlichen Zustand öffnet die Vorstellungskraft einen Raum, um diese Themen zu verarbeiten und mittels neuer Ansatzpunkte einen Zugang zu ihnen zu finden. Alle Körper sind willkommen, der Austausch findet auf Englisch statt, und ein Teil der Zeit wird im Liegen mit geschlossenen Augen verbracht.

Shelley Etkin ist eine transdisziplinäre Künstlerin, Pädagogin und Gärtnerin, deren Wurzeln in den USA und Israel liegen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Beziehungen zwischen Körper und Land, wobei sie sich für prozessbasiertes ökologisches Denken, Schaffen und Heilen einsetzt. Sie bewegt sich zwischen Tanz, Performance, Kuration, Pädagogik und Gemeinschaftsorganisation und webt Praktiken der Pflanzenmedizin, Körperarbeit und ortsbezogenes Wissen aus einer ganzheitlichen Perspektive, wobei sie die Wahrnehmungsfähigkeit und Sensibilität des Körpers erweitert, um mit der Umwelt zu kommunizieren. Shelley arbeitet sowohl als Einzelkünstlerin als auch kollaborativ in verschiedenen Umgebungen, darunter »Ponderosa« – eine ländliche Künstlerresidenz in Brandenburg, wo sie die »Garden as Studio«-Plattform organisiert. Derzeit ist sie Gastdozentin an der Humboldt Universität zu Berlin. Sie arbeitet regelmäßig mit Laura Burns als »LARK: Living Archive of Remembered Knowledges« sowie mit Angela Schubot und Aune Kallinen zusammen und ist Teil des internationalen »Hungry Mothers« Kollektivs und der lokale Künstler- und Kuratorenverband »neue häute«. Sie hat einen M.A. in Ökologie und zeitgenössischer Performance (Finnland) und einen B.A. in Frauen-, Gender- und Sexualitätsstudien (USA).

www.shelleyetkin.com

Ort: digital

Zeitslots:
25. Oktober 2020: 14:00-14:35 Uhr, 14:45-15:20 Uhr, 15:30-16:05 Uhr, 17:00-17:35 Uhr, 17:45-18:20 Uhr, 18:30-19:05 Uhr
07. November 2020: 14:10-14:45 Uhr, 16:00-16:35 Uhr, 16:45-17:20 Uhr, 17:30-18:05 Uhr
08. November 2020: 14:10-14:45 Uhr, 14:55-15:30 Uhr

Teilnahme für Akkreditierte vor Ort | jeweils Einzelsessions á 35 Minuten.
Anmeldung per Email an accreditation@fratz-festival.de.

In englischer Sprache. Keine Übersetzung verfügbar.

Foto: Antti Ahonen