Jurybegründung: "Shelter (Jaszak/Schutz)" Simone de Jong Company (Niederlande)
Mit "Shelter" entwickelt die Simone de Jong Company eine ebenso berührende wie vielschichtige Annäherung an ein Thema, das selten für ein sehr junges Publikum verhandelt wird: Obdachlosigkeit oder das Leben ohne festen Ort – und die Frage, wie wir uns in einer sich verändernden Welt schützen und verorten.
Im Zentrum steht eine Figur, die mit einfachen Mitteln und großer körperlicher Präsenz eine Spannung zwischen Verletzlichkeit und Widerständigkeit entfaltet. Ausgehend von der Idee des sogenannten 'Sheltersuit' entsteht eine körperlich-musikalische Performance, in der sich Innen- und Außenwelten, Schutz und Offenheit, Rückzug und Begegnung immer wieder neu verschieben.
Das Stück adressiert die jungen Zuschauer:innen nicht über erklärende Narrative, sondern mit Bewegung, Rhythmus und Klang sowie über eine klare, sinnliche Spielweise. Es entwickelt sich zu einer poetisch verdichteten und zugleich überraschend humorvollen Arbeit: Mit feiner körperlicher Komik und spielerischen Wendungen werden existenzielle Themen zugänglich, ohne sie zu vereinfachen. So entsteht ein Erfahrungsraum, in dem Fragen von Schutz, Zugehörigkeit und Veränderung sinnlich erfahrbar werden – und in dem jedes Kind seinen eigenen Zugang finden kann.