Jurybegründung: "The Sticky Dance" Second Hand Dance (Großbritannien)
Mit "The Sticky Dance" haben Rosie Heafford und Takeshi Matsumoto gemeinsam mit ihrem Team eine immersive Tanzinstallation geschaffen, die sich an ein sehr junges und zugleich breites Publikum richtet. Die Arbeit öffnet einen Raum, in dem Kinder und ihre Begleitpersonen selbstbestimmt entscheiden, wie sie sich bewegen, wahrnehmen und teilhaben möchten. Damit wird ein Zugang ermöglicht, der nicht über Vorgaben funktioniert, sondern über Einladung, Neugier und eigenes Erleben.
Drei Performende verweben mit tänzerischer Präsenz, Licht, Klang und einfachen Materialien eine dichte, sinnliche Erfahrungswelt. Es entstehen Bilder und Situationen, die gleichermaßen verspielt wie konzentriert sind und eine unmittelbare körperliche Erfahrung von Tanz erlauben. Die Produktion schafft bewusst einen Rahmen, der auch neurodivergente Kinder und Kinder mit Behinderung von vornherein mitdenkt, und zeigt ein tiefes Verständnis für individuelle Bedürfnisse und Rhythmen. "The Sticky Dance" überzeugt durch seine klare künstlerische Setzung und seine Haltung: Eine Arbeit, die Partizipation ernst nimmt und dabei eine ebenso zugängliche wie poetische Form für die Allerkleinsten entwickelt.