Forschungslabore

Dienstag, 7.5. 13 – 15 Uhr
Podewil (Mitte)

»Skizzen«
Einblicke in die Forschungslabore 2019

Jeweils eine Woche haben zwei Kollektive von Künstler*innen zu einer Inszenierungsidee geforscht. Am Dienstag Mittag teilen die Künstler*innen ihre Zwischenergebnisse und laden zum Austausch ein. Je nach Stand der Forschung werden die Gruppen entweder eine Skizze von bis zu 20 Minuten zeigen oder den Teilnehmenden über ihren Prozess berichten.

Labor 1: Klangkubik – Musiktheater für die Jüngsten

Anknüpfend an die Forschungslabore 2017 zum Musiktheater setzt das eine Kollektiv seine Erkundung dieses Feldes fort. Florian Bergmann, Benedikt Bindewald und Minouche Petrusch arbeiten seit zwei Jahren zusammen und wurden mit ihrer Inszenierung »Klangquadrat« zu Augenblick mal! Das Festival des Theaters für junges Publikum 2019 eingeladen. »Klangquadrat« war eine Versuchsanordnung, die eine radikale Reduktion der szenischen und musikalischen Mittel vorsah. Ausgehend von neun farbigen Platten und neun Tönen der Dur-Tonleiter erfanden die Künstler*innen ein eigenes Ton-Zeichen-System. Dies setzte eine Auseinandersetzung über das Verhältnis der Elemente Musik/Komposition, Szene/Spiel und Narration in Gang. In diesem Labor hat das Trio sich vorgenommen, wiederum mit einer Setzung zu arbeiten und die Musik als primäres ästhetisches Mittel zu nutzen. Allerdings wollen die Komponisten, die aus der Neuen Musik kommen, in diesem Experiment ihr musikalisches Instrumentarium erweitern und sich von ersten Kompositionen, die harmonisch auf Großterzzirkeln basieren, abstoßen. Von dorther sollen in diesem Kontext Ganztonleiter, übermäßiger Dreiklang etc. untersucht werden.

Labor 2: UNDO II

Das andere Labor – bestehend aus Lola Agostini, Felix Ofosu Dompreh, Coco Ramatou Gregor und Janne Gregor – forscht zu der Frage, welche Möglichkeiten sich improvisatorisch, tänzerisch und musikalisch ergeben, wenn eine ausgebildete, ihren Körper kennende und bewusst gebrauchende Tänzerin und ein Kind, das seinen Körper gerade kennenlernt, in Neugier aufeinander treffen. Mit den Mitteln der Improvisation, Imitation und Bewegung will das Labor untersuchen, was es mit der Tänzerin und dem Musiker macht, wenn sie mit dem Kind in eine resonante Austauschbeziehung treten und sich von seinen Bewegungen ansprechen und inspirieren lassen. Wie kann der Musiker die kindlichen Bewegungen rhythmisch übersetzen, wie die Tänzerin sie transferieren?
Die Idee baut auf einer Recherche und Showings auf, die Janne Gregor 2015/2016 entwickelt hat. Damals war das Kind ein Baby. Inzwischen hat es an Mobilität und kognitiven Fähigkeiten dazu gewonnen und auch die Gesellschaft hat ihre Spuren hinterlassen, erlernte Verhaltens- und Bewegungsmuster werden ofensichtlich. Von der Tanzpartnerin als Baby, ist sie nun zur aktiven Impulsgeberin geworden.
Während der Proben kann das Kind mit seinen Ideen selbstbestimmt in einen tänzerischen Kontext gehen, so dass ein Austausch entsteht. Es besteht die Möglichkeit, dass das Kind live im Stück anwesend ist, dies ist jedoch kein Muss.